Lernen in geselliger Runde: Dozentin Ulrike Gatz alt

Angebot

Das Angebot ‚ÄěGesellige Runde‚Äú fand zu einem (oder zwei) von den Teilnehmer:innen selbst gew√§hlten Thema statt. Es sollte dabei eine lockere Atmosph√§re und ein interaktives Lernen erzielt werden. Eine komplette Abweichung vom frontalen Format lie√ü sich aber nicht durchsetzen, da die Teilnehmer:innen aus ihren Schulerfahrungen und auch im Erwachsenenleben haupts√§chlich frontale Formate erlebt haben und dann mit zu gro√üer Freiheit in der Erarbeitung von Themen oft √ľberfordert sind. Hier gilt es eine Balance aus Anweisungen, die den Rahmen halten und interaktiven Aktionen zu finden. Durch den Austausch untereinander und gut greifbare Beispiele aus dem Alltag wird dies aber gut m√∂glich. Das Ausprobieren der Funktionen mit gelegentlicher Hilfestellung durch die Dozentin war hier unabdingbar.

Altersstruktur der Teilnehmenden

Die Altersstruktur der Teilnehmenden variierte zwischen Teilnehmenden im Alter von 60 Jahren bis hin zu Teilnehmenden in ihren 80ern. Je nach Altersstruktur muss die Lehrkraft auf die individuellen und altersbedingten Bed√ľrfnisse der Teilnehmenden eingehen. Von 60 bis Mitte 70 ist kein gro√üer Unterschied in der Aufnahmef√§higkeit und Akzeptanz neuer Lerninhalte zu erkennen. Ab 80 sollte ein besonders zugewandter Lehrstil gew√§hlt werden, der m√∂gliche individuelle Einschr√§nkungen ber√ľcksichtigt.

Technische Gegebenheiten

Die technischen Gegebenheiten am Lernort plus k√∂nnen eine besondere Herausforderung darstellen und verlangen Anpassungsf√§higkeit vom Lehrpersonal. Jeder neue Lernort muss auf seine technischen Gegebenheiten hin gepr√ľft werden. In manchen Lernorten waren nicht einmal grundlegende Voraussetzungen f√ľr eine Arbeit am Android Smartphone und dem Internet gegeben, so z.B in einer Begegnungsst√§tte die √ľber keinen WLAN-Router verf√ľgte. Um solcherlei Voraussetzungen auszugleichen ist es z.B m√∂glich √ľber die ausf√ľhrende Institution ein zur Verf√ľgung gestelltes Smartphone zum Hotspot zu machen f√ľr die Durchf√ľhrung des Kurses. Voraussetzungen wie zum Beispiel eine Dokumentenkamera oder ein Beamer oder ein interaktives Whiteboard k√∂nnen nicht als gegeben betrachtet werden. An manchen Orten fand sich jedoch eine komplette technische Ausstattung die mindestens WLAN Zugang als auch einen Beamer oder einen gro√üen Bildschirm beinhaltete. In der Durchf√ľhrung der normalen Kurse hat sich jedoch eine Dokumentenkamera bew√§hrt, da hier direkt am Ger√§t vorgef√ľhrt werden kann, und diese ist gew√∂hnlich nicht an besonderen Lernorten zufinden. Als Mindestma√ü f√ľr die Durchf√ľhrung an besonderen Lernorten hat es sich bew√§hrt Vorf√ľhrger√§te zur Verf√ľgung zu stellen, an der die an der die Lehrkraft die verschiedenen Funktionen der Ger√§te vorstellen kann. Doch auch dies stellt eine Herausforderung dar, denn die verschiedenen Funktionen sind in einem bestimmten Abstand f√ľr die √§lteren Teilnehmer:Innen nicht gut zu sehen. Gerade bei einer Gruppengr√∂√üe die √ľber f√ľnf Teilnehmer:Innen hinausgeht kann die Lehrperson nicht an jeder Teilnehmer:In nahe genug stehen, so dass alle gleich gut sehen k√∂nnen was vorgef√ľhrt wird.

Zur Lernumgebung

Besonders vertraute Kontakte in einer besonders vertrauten Umgebung, in der sonst nicht formell gelernt wird, k√∂nnen sogar einen Nachteil f√ľr die Vermittlung von Lerninhalten darstellen, da hier Verhaltensmuster aus den sonstigen Veranstaltungen, z.B. Tanztees greifen und der pers√∂nliche Austausch in den Vordergrund r√ľckt. Das kann es erschweren, eine Lernatmosph√§re f√ľr alle Teilnehmer:Innen herzustellen.

Der besondere Lernort senkt dennoch die Hemmschwelle an einem solchen Kurs teilzunehmen, vor allem, wie in den Evaluationen offensichtlich wurde, durch die erh√∂hte Wohnortn√§he, was vor allem f√ľr Senior:Innen, die nicht mehr mit dem Auto fahren oder oder keine gr√∂√üeren Strecken zur√ľcklegen, von Vorteil ist. Besonders Senior:Innen die sonst nicht an Weiterbildungsangeboten teilnehmen, k√∂nnen hiermit besser erreicht werden. Auch der eher symbolische Beitrag f√ľr die Kursteilnahme von 10 ‚ā¨, der durch die F√∂rderung m√∂glich wurde, verringerte die Hemmschwelle zur Teilnahme extrem.

Ermittlung des Wissensstandes

Da hier aufbauend auf das klassische Format gearbeitet wurden und dieselben Teilnehmer:Innen dabei waren, wurde keine gesonderte Einschätzung des bisherigen Kenntnisstandes vorgenommen.

Erwartungen

Die Teilnehmer:Innen erwarteten je nach bisherigen Kenntnisstand und Vertrauen in die eigenen F√§higkeiten, bestimmte Funktionen danach anwenden zu k√∂nnen. Einige Teilnehmende hatten sehr genaue Fragen, die dann individuell beantwortet wurden. Genauso gab es Teilnehmer:Innen, die sich √ľber einen allgemeinen Wissenzuwachs freuten und sich offen auf die Themen einlie√üen.

IT näher bringen durch systematisches Lernen

Die Erarbeitung der speziell gew√§hlten Themen war im generellen etwas einfacher, da im Kursinhalt davor Grundlagen zur Benutzung des Smartphones erarbeitet wurden. Allgemein sind die TeilnehmerInnen immer wieder begeistert √ľber die vielen Funktionen Ihres Smartphones.

Inhalte

Als Spezialthemen f√ľr die letzten 5 Unterrichtseinheiten wurden vermehrt in den Kursen gew√§hlt: Internetrecherche und der Umgang mit Medien (Fotos, Musik, Videos). Auch online Einkaufen war f√ľr einzelne Teilnehmer:Innen interessant – dieses Thema l√§sst sich jedoch eher nur theoretisch und nicht praktisch √ľbend im Unterricht durchf√ľhren, da hier stark auf den Datenschutz geachtet werden muss. Daher waren die Methoden hier eher eine klassische Pr√§sentation, Vorf√ľhrung und Diskussion, statt einem begleiteten Ausprobieren. Auch die Navigation mit dem Smartphone und das Heraussuchen von Abfahrtzeiten im √Ėffentlichen Nahverkehr wurde ge√ľbt.

Weitere Hinweise

An anderen Lernorten kann die Organisation √ľber Dritte, die hier zwangsl√§ufig eingebunden sind, eine Herausforderung darstellen. Das kann rein organisatorische Belange, wie die Raum- und Zeitplanung betreffen, aber auch die Werbung, die dann nicht mehr in den H√§nden der eigenen Institution liegt. Ein klassischer ‚ÄěFehler‚Äú ist es, dass in der Au√üenkommunikation f√ľr die Teilnehmer:Innen nicht klar wird, dass sich der Kurs ausschlie√ülich an Android-Nutzer wendet. Gerade in den Grundlagen kann das sehr schwer sein, da beide Betriebssysteme sehr unterschiedlich in der Benutzung sind. Jeweils beide Varianten zu zeigen kann zu gro√üer Verwirrung f√ľhren, die nicht hilfreich ist; im besten Fall sind die IPhone-Nutzenden in der Unterzahl und verstehen, dass ihr Handy die ‚ÄěAusnahme‚Äú ist und warten dann jeweils ihr Ger√§t individuell gezeigt zu bekommen, w√§hrend die anderen √ľben.

Auch die √Ėffnung der jeweiligen R√§ume kann eine Herausforderung sein: z.B. im Gemeindesaal musste eine Pufferzeit eingef√ľgt werden vor dem Beginn des Kurses, sodass ein nahtloses und angenehmes Ankommen m√∂glich wurde, denn wenn das Rathhaus wirklich erst Punkt 9 Uhr die Pforten √∂ffnet, aber der Kurs um 9 Uhr beginnen soll, stehen die Senior:Innen eine viertel bis eine halbe Stunde vor verschlossener T√ľr, schlechtestenfalls in der K√§lte. Auch eine rechtzeitige √Ėffnung des Raumes war trotz Absprachen nicht zuverl√§ssig gegeben. Hier empfehle ich entsprechende Pufferzeiten einzuplanen, sodass niemand vor verschlossener T√ľr warten muss und man als Lehrkraft notfalls noch jemanden suchen kann, der √ľber einen Schl√ľssel verf√ľgt.

Evaluationsunterlagen

Erstellt von
Stand: 16. Februar 2024

 

Kursf√∂rmiges Lernen ‚Äď Schritt f√ľr Schritt, Lernen in geselliger Runde und Lernen durch Vortr√§ge

Persönliches Fazit

An den ‚Äěanderen Lernorten‚Äú zu unterrichten hat f√ľr mich vor allem gezeigt, wie gro√ü der Bedarf an regelm√§√üigen, g√ľnstigen und wohnortnahen Angeboten in der √§lteren Bev√∂lkerung ist. Je nach Ort kann die Organisation eine besondere Herausforderung darstellen, an sich sind die Inhalte aber oft √§hnlich derer im normalen Kursangebot und werden √§hnlich gut angenommen. Der andere Lernort schafft eine spezielle Atmosph√§re, da hier klar ist, wie au√üergew√∂hnlich dieses Angebot ist. Das wissen die meisten Senior:Innen wertzusch√§tzen. Durch den enormen Zuwachs an F√§higkeiten und Kenntnissen wird jedoch auch klar, wie viel es zu lernen gibt, was weder in 10 noch in 15 Unterrichtseinheiten abgedeckt werden kann. Ein paar Fragen m√ľssen formatbedingt offen bleiben und erzeugen die Hoffnung, regelm√§√üige Formate zur Wiederholung und individuellen Fragestellung und Entwicklung zu etablieren, die dann wahrgenommen werden k√∂nnen.
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